
Erkenntnisse brauchen Zeit – oder warum du nicht sofort eine Lösung brauchst
Wir sind so konditioniert auf Ergebnis und Fortschritt, dass wir einen der wertvollsten Momente im Coaching-Prozess regelmäßig überspringen. Den Moment, in dem jemand eine sehr wichtige Erkenntnis hat. Die Erkenntnis ist nicht das Ergebnis oder die Lösung für das gesamte Thema. Aber ein so wichtiger Schritt, dass diesen zu übergehen

Neuronale Netze verdicken – warum Üben entscheidend ist, wenn gerade alles entspannt ist
Es gibt einen Moment, den fast alle kennen. Man hat mit einer Klientin eine Übung gelernt oder eine Technik. Sich zu zentrieren, innezuhalten, zu atmen, Gedanken zu stoppen – ganz egal, was es ist. Es hat auch wunderbar geklappt im Praxisraum beim gemeinsamen Üben. Und dann kommt die Klienten eines

Struktur entlastet – aber darf nicht einengen
Struktur an sich ist völlig okay – sogar gut: Ein roter Faden, eine Auftragsklärung, ein Abschluss, der nochmal auf das Ausgangsthema schaut – das alles hat seinen Platz und gibt Orientierung. Es hält quasi eine Sitzung zusammen. Und am Anfang, wenn noch vieles neu ist, gibt es auch Sicherheit. Die

Autonomie statt Abhängigkeit – das Dumbo-Prinzip
Kennst du Dumbo? Den Elefanten mit den riesigen Ohren, der fliegen kann – aber lange nicht weiß, dass er es kann? Ein Freund gibt ihm eine Feder und sagt: Damit kannst du fliegen. Und Dumbo glaubt es und fliegt. Allerdings geht er davon aus, dass er nur mit Feder im

Dranbleiben ist nicht dasselbe wie insistieren
Es gibt etwas, das alle Menschen kennen, die coachen: Du hast eine Frage richtig gute Frage gestellt. Also eine, die zum Nachdenken anregt, die einlädt, die Perspektive zu wechseln, die Tiefe hat – was auch immer. Und dein Gegenüber antwortet nicht. Entweder wirklich gar nicht, oder nicht so, wie du

Führen und Folgen – das Grundprinzip in jeder Sitzung
Gute Begleitung hat zwei Bewegungen, die gleichzeitig passieren. Die eine ist Führen: den roten Faden im Blick behalten, wissen, wo die Sitzung hinwill, den Prozess strukturieren. Die andere ist Folgen: bei dem bleiben, was gerade wirklich da ist – was die Person gerade sagt, zeigt, spürt. Beides braucht es. Und

Top-down vs. Bottom-up – warum das Lebensrad und ähnliche Tools hier helfen können
Manchmal kommt jemand in eine Sitzung und bringt nicht ein Thema mit – sondern zehn. Top Down – Welches Thema möchtest du heute angehen? Alles fühlt sich gleich dringend an, alles hängt irgendwie zusammen, alles drückt gleichzeitig. Und dann kommt die klassische Frage: „Welches dieser Themen möchtest du heute angehen?” Die

Negatives zuerst, Positives zuletzt – Die beste Reihenfolge beim Paraphrasieren
Paraphrasieren ist mehr als Wiederholen. Es hat viele Intentionen. Eine ist es, das Gespräch auf natürlich Weise weiterfließen zu lassen. Und genau deshalb lohnt es sich, auch auf die Reihenfolge zu achten. Das menschliche Gehirn behält die letzte Information am stärksten. Was zuletzt gesagt wird, bleibt hängen – und dort

Das Ego rausnehmen – keine Lösungen anbieten
Es passiert fast automatisch. Die Klientin/Kundin erzählt, und noch während sie spricht, fängt es im eigenen Kopf an zu rattern. Eine Idee formt sich, eine Lösung taucht auf. Manchmal sogar eine richtig gute. Und dann kommt der Impuls, es zu sagen – natürlich mit dem Hintergrund, der Klientin zu helfen.

Nur eine Frage stellen – nicht drei
Es klingt simpel. Und trotzdem passiert es uns allen: Wir stellen eine Frage, merken mitten beim Sprechen, dass sie vielleicht nicht ganz so gut war – und ergänzen. Oder wir denken, eigentlich wäre noch ein zweiter Aspekt wichtig, und hängen noch eine Frage dran. Und dann noch eine. Was dabei