Folge 2 – Warum wir dazugehören wollen

In dieser Folge geht es um den Schmerz, nicht dazu zu gehören. Forschungen zeigen, dass ausgeschlossen werden im Gehirn dasselbe Areal aktiviert wie das Areal für körperlichen Schmerz. Wie also kannst du zu dir stehen und authentisch du sein, wenn du dadurch ggf. ausgeschlossen wirst?

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In der letzten Podcastfolge ging es ja um “sich zeigen” in all den Schattenthemen (auch natürlich, aber auch in den Schokoladenthemen)… Also sich zeigen in dem, wie man wirklich ist in seiner Ganzheit, und ich hatte schon angesprochen, dass dann natürlich das Thema “dazugehören wollen” angetriggert wird. Wir wollen alle dazugehören, und ich hatte gesagt, dazu gibt es eine Forschung, und die würde ich gerne mit dir teilen, weil die sehr sehr spannend ist, und zwar haben Forscher Menschen in ein MRT gelegt, natürlich mit Kontrastflüssigkeit, so dass man sehen kann, was im Gehirn passiert und was aktiv ist -also welche Gehirnareale aktiv sind- und dann wurde ein Film abgespielt und irgendwie so simulier,t dass die Personen selbst das Gefühl hatte, sie ist mittendrin dabei, und zwar bei einem Ballspiel. Das heißt, der Ball wurde den Probanden in diesem Spiel immer wieder zugeworfen, und er hat den Ball immer wieder weiter geworfen, und so ging das eine ganze Weile, und irgendwann haben die anderen Mitspieler den Ball diesem Probanden, der gerade.. dessen Gehirn gerade gescannt wurde, nicht mehr zu geworfen. Das heißt, er wurde vollständig ignoriert, vollständig ausgeschlossen. Und dann haben die Forscher geguckt: was passiert jetzt im Gehirn, wenn jemand vollständig ausgeschlossen ist. Und was geschieht im Gehirn interessanterweise? Weißt du, welches Gehirnteil aktiv wird, wenn man sich ausgeschlossen fühlt? Das gleiche Gehirnteil oder das gleiche Gehirnareal, was bei körperlichem Schmerz aktiv wird. Also wenn man körperlichen Schmerz empfindet -wenn man geschlagen wird zum Beispiel-, dann wird dasselbe Gehirnareal aktiv, wie wenn man ausgeschlossen wird. Das heißt: nicht dazugehören und ausgeschlossen sein verursacht tatsächlich echten Schmerz – messbar und sichtbar im MRT, dass unser Gehirn Schmerz produziert, wenn wir nicht dazu gehören. Und da ist es natürlich nur verständlich, dass wir dem ständig versuchen auszuweichen, indem wir alles tun, um dazuzugehören. Und deswegen möchte ich mich heute in dieser Podcastfolge dem “Dazugehörenwollen” widmen, weil es so ein wichtiges Thema ist, was uns an vielen Dingen, zu uns selbst zu kommen und wirklich uns selbst zu leben, hindert. Wir haben ja Gruppen, zu denen wollen wir dazu gehören. Das sind Kollegen, das sind.. das habe ich gerade noch letzte Tage mit einer Klientin gesprochen, die gerne dem Elternbeirat, also den anderen Eltern der Kinder ihrer Schule zugehörig fühlen möchte, obwohl die völlig anders ticken als sie.. der eigenen Familie natürlich möchte man sich zugehörig fühlen, ganz klar: Eltern Geschwister..

Nachbarn – möglicherweise gibt es irgendwie eine gute Nachbarschaft, wo man gemeinsam regelmäßig grillt oder Straßenfeste macht oder oder, sich aus hilft mit Butter, Eiern, Keksen, weiß ich nicht… Blumen gießen, Katzen hüten,… es gibt immer Menschen, wo wir das Gefühl haben, da darf ich jetzt nicht alles von mir zeigen, weil dann gehör ich nicht mehr dazu. Und erstens ist es ungünstig, weil dann gießt mir keiner mehr die Blumen oder ich werde zum Straßenfest nicht mehr eingeladen oder meine Kollegen meiden mich oder oder, und zweitens tut´s weh, körperlich weh! Weil eben dieses “nicht dazugehören” körperlich auf der hirnorganischen Ebene das Hirnareal anspricht, was uns Schmerz bereitet. Und jetzt muss man eines verstehen, und das ist ein wirklicher… ein wirklicher Sprung eigentlich. Das ist richtig, dass es diese Menschen gibt, zu denen wir dazugehören wollen, und das Ding ist, dass ja unsere gesamte Umgebung, wie sie jetzt im Moment existiert, eine Umgebung ist, die zu einem ganz großen Teil wir auch erschaffen haben. Also ich in meiner Energie suche eine bestimmte Arbeitsstelle auf. Ich in meiner Energie bin in bestimmten Umfelden unterwegs. Jetzt kann man natürlich einwerfen “Ja Moment, die Nachbarn haste dir ja jetzt nicht ausgesucht, und die anderen Eltern.. und die Ursprungsfamilie auch nicht!” Das ist richtig und nicht richtig zugleich, weil es gibt gar nicht DIE anderen Eltern und DIE Nachbarn. Und die Wahrscheinlichkeit, dass in der gesamten Straße alle gleich ticken und in der gesamten Klasse alle gleich ticken, geht gegen null. Aber MEINE Energie zieht bestimmte Menschen an. Das heißt ich befinde mich in einer bestimmten Bubble -in einer Blase-, und in dieser Blase sehe ich nur bestimmte Dinge und bestimmte Menschen. Die anderen nehme ich gar nicht wahr. Wenn man nämlich aus dieser Zone, aus dieser Blase, mal raus tritt und sagt “Ich mache es jetzt anders. Ich komme zu euren Grillabenden, aber ich -egal, ob ihr lacht oder nicht- ich grille nur noch vegan. Und das habe ich mich die ganze Zeit vielleicht nicht getraut, weil ich dachte, die lachen über mich. Wenn ich das jetzt plötzlich mache, könnte es sein, dass zwei Nachbarn dazu kommen und sagen “Oh, dann kann ich ja meine veganen Würstchen auch drauflegen!” – und plötzlich erkenne ich, dass es noch andere Menschen gibt, die eigentlich viel mehr zu meinem “wie ich bin” passen, als die, wo ich mich vorher umgeben habe. Ich habe eine Blase gebildet, weil ich mich nicht gezeigt habe, wer ich wirklich bin. Weil ich nicht wirklich in meiner Authentizität war, und damit habe ich natürlich nie zu der Blase gehört, zu der ich mich zugehörig gemacht habe.

Ich muss also gucken, dass ich mir erlaube, authentisch zu sein, damit sich eine neue Blase um mich herum bilden kann – und zu der gehöre ich dann auch. Und: was dieses Gefühl von “nicht dazu gehören” oft sagt -und das ist eine Lüge!- “Wenn du es nur richtig genug machst, dann gehörst du zu allem und zu allen dazu! Dann gibt es niemanden, der dich ausschließt!” Und DAS ist Quatsch! Je mehr ich tatsächlich ICH bin, und je mehr ich authentisch bin und zu dem stehe, was ich bin.. und zu dem stehe, was ich denke und was ich esse oder nicht esse, desto mehr wird sich Spreu vom Weizen trennen. Wobei ich Spreu nicht negativ bewerte. Also andere Menschen haben andere Werte und andere Glaubensmuster und andere Wertvorstellungen – die passen dann nur nicht zu meinen, aber das wird sich von mir dann trennen, und mit “Spreu” meine ich nicht, dass das Müll ist oder Abfall ist, sondern aus deren Sicht bin ich die “Spreu”. Das heißt also, wir passen einfach nicht zusammen. Mein Lieblingsbeispiel ist immer Dieter Bohlen. Wenn ich Menschen frage: “Kennst du Dieter Bohlen?” und jemand sagt “Ja.”, dann frage ich “Wie findest du den?” Und dann gibt es Menschen, die sagen, “Ich find den mega! Der macht einfach, was er will. Ich find den super!” Und dann gibt es Menschen, die sagen: ” Ich find den abartig! Wie der mit anderen Menschen umgeht – wie grausamen der manchmal irgendwelche Rückmeldungen gibt zu anderen Leuten, das ist wirklich… also völlig unmenschlich!” Es gibt kaum jemanden, der sagt “Dieter Bohlen ist mir eigentlich egal.” Der spaltet! Warum spaltet er? Oder noch besser als “er spaltet” wäre zu sagen “er polarisiert”. Weil er in dem wie er ist authentisch ist. Das muss ich nicht gut finden, das muss ich nicht schlecht finden. Ich bewerte das sozusagen, und wir bewerten immer ein Stück weit, und wenn die Bewertung nur darin besteht “gefällt mir” / “gefällt mir nicht”. Also ob ich lieber Cola oder Wasser trinke, wertet weder das Wasser noch das Cola ab. Es geht nicht um abwerten, sondern es geht einfach drum, mir zu erlauben, dass ich manche Dinge besser finde für mich und manche Dinge für mich nicht so gut finde. Das heißt nicht, dass ich damit Dieter Bohlen abwerte und sage “Der ist ein nicht liebenswerter Mensch.” Das tue ich nicht, sondern der hat an der einen oder anderen Stelle Eigenschaften, die für mich sich nicht eigenen würden, um zu sagen, mit dem wäre ich gern befreundet. Weil er so unachtsam und so übergriffig zu manchen Menschen ist. Und deswegen hat er trotzdem ein Recht auf ein gutes Leben und ein Recht auf Liebe, UND er passt vielleicht nicht in meine Blas. Aber dass er so authentisch ist, ist z.B. ein Teil von ihm, den ich sehr sehr gut finde. Er ist einfach er. Also “sehr sehr gut” im Sinne von “da kann man sich ein Beispiel dran nehmen”. Ich muss mir ja nicht inhaltlich ein Beispiel dran nehmen. Ich muss ja nicht sagen, ich werde jetzt auch zu jemandem, der andere Leute so beleidigt. Aber ich kann mir ein Beispiel dran nehmen, authentisch zu sein. Und wenn ich das bin, dann gehöre ich nicht mehr überall dazu. Dieter Bohlen gehört zu ganz vielen Leuten nicht. Ganz viele Leute finden “furchtbar, der Mann”. Das hat ihn aber nicht daran gehindert, sein Ding zu machen, erfolgreich zu werden mit seinem Ding, Menschen um ihn zu haben, die ihn finde genau das schätzen und hoffentlich auch lieben. Das heißt (ich will nicht, dass wir alle werden wie Dieter Bohlen). Ich nehme nur dieses Beispiel, weil es so extrem ist und weil es fast jeder kennt. Also geht mir nicht darum, dir zu sagen “werde wie Dieter Bohlen”, sondern einfach authentisch DU. Bedeutet: es wird immer Menschen geben, die dich nicht mögen und zu denen du nicht gehörst. Und du kannst dich ja jetzt schon mal fragen: “zu welchem Menschen möchte ich vielleicht auch gar nicht gehören? Und was ist der Grund, dass ich so krampfhaft kämpfe, dass ich genau zu denen dann doch einmal im Monat immer wieder gehören möchte, wenn.. keine Ahnung.. wenn Elternabend ist oder Schulfest ist oder Vereinssitzung ist oder oder?” Und wie wäre es, wenn du ausreichend Menschen hättest, zu denen du gehören würdest und dürftest, die in deiner Blase sind, wo du dich wohl fühlt, die dich nähren? Kennst du das, dass du Begegnungen hast.. du verabredet sich mit jemandem, und das nährt dich gar nicht? Und du denkst: “Puh, jetzt haben wir das auch wieder geschafft! Haken dran! Jetzt habe ich mich mit Tante Gertrud zum dritten Mal in diesem Jahr getroffen, jetzt kann ich für dieses Jahr ein Haken dran machen!”? Wenn es dich nicht nährt, nährt es den anderen vermutlich auch nicht wirklich, weil du bist ja gar nicht authentisch in seiner Gegenwart. Du bist ja gar nicht in deiner Liebe in seiner Gegenwart. Du hältst das aus. Und manche Sachen hält man aus. Wenn Tante Gertrud im Altersheim ist und schwer dement und man eigentlich nicht mehr viel mit ihr reden kann, kann es sein, dass man schon Begegnungen auch aushält, aber vielleicht dann in LIEBE, und das ist eine andere Qualität. Also wie wäre es, wenn du eine Blase hättest, in der du dich aufhältst, in der sich Menschen aufhalten, die so ticken wie du und zu denen du gehörst und auch gehören möchtest? Und wie wäre es, wenn es okay wäre, dass es Menschen gibt die dich nicht mögen?

Und jetzt kommt natürlich die Frage auf: “Und was ist, wenn aber jemand, von dem ich möchte, dass der mich mag.. dass der zu meiner Blase gehört… wenn der mich nicht mag?” Also was tun, wenn Menschen, die wir unbedingt eigentlich um uns haben wollen, uns nicht mehr mögen oder um sich haben wollen, weil wir mehr und mehr authentisch werden? Dazu mache ich dann noch mal wieder eine extra Podcastfolge.:-)

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