Paraphrasieren ist mehr als Wiederholen. Es hat viele Intentionen. Eine ist es, das Gespräch auf natürlich Weise weiterfließen zu lassen. Und genau deshalb lohnt es sich, auch auf die Reihenfolge zu achten.
Das menschliche Gehirn behält die letzte Information am stärksten. Was zuletzt gesagt wird, bleibt hängen – und dort beginnt das Gespräch weiterzufließen. Diese kleine neuropsychologische Tatsache hat eine praktische Konsequenz für jede Paraphrase.
Ein Beispiel
Angenommen, jemand sagt: „Es ist gerade wirklich alles zu viel, ich bin so überfordert – aber Gott sei Dank habe ich meinen Mann an meiner Seite.” Da ist beides: die Überforderung und die Unterstützung. Wenn die Paraphrase jetzt mit dem Mann beginnt und mit der Überforderung endet, landet die Person innerlich wieder bei dem, was gerade ohnehin Druck macht und ihr Problem ist. Wenn sie aber zuerst die Überforderung würdigt und dann den Mann nennt, endet die Paraphrase dort, wo Kraft ist, wo Möglichkeit ist, wo sich etwas weitet.
Würdigung nie vergessen
Wichtig ist dabei: Das Negative wird nicht übergangen. Im Gegenteil. Es wird zuerst benannt – genau damit die Person sich wirklich gesehen fühlt. Wer das Schwere ignoriert, verliert den Kontakt. Wer es würdigt und dann den Blick sanft weiterbewegt, öffnet einen Raum.
Als Faustregel also: Zuerst das Negative benennen, dann das Positive. Nicht weil das Schwere weniger wichtig ist – sondern weil wir dort enden wollen, wo mehr Luft ist.
Ich sehe alles. Und ich entscheide bewusst, wohin ich die Aufmerksamkeit am Ende lenke.



