Folge 39 – Fehler machen ohne Schuldgefühle – Der Schlüssel zur Selbstvergebung

#39 Fehler machen ohne Schuldgefühle – Der Schlüssel zur Selbstvergebung

Fehler machen ohne Schuldgefühle. Das würden sich, glaube ich, viele Menschen wünschen. Denn vielen geht es so, dass sie, sobald sie einen. Fehler machen und vor allem wenn. Jemand. Sie darauf aufmerksam macht, Schuldgefühle haben. Wenn dich das Thema interessiert, bleib dran. Darum geht es in der heutigen Podcastfolge. Das Thema Schuldgefühle und Fehler ist in meinen Coaching- und Therapieprozessen, die ich begleite, immer wieder ein Thema. Ich kenne unsagbar viele Menschen, mich selbst eingeschlossen, die das Thema Schuldgefühle in ihrem Leben kennen. Viele haben das Gefühl, an allem Möglichen Schuld zu sein, und ziehen sich sehr schnell den „Schuldschuh“. An. Bei jedem Fehler, den sie machen, haben sie sofort das Gefühl, Schuld auf sich geladen zu haben.

Ich habe mir Gedanken darüber gemacht, was genau in uns geschieht, dass wir diese. Zwei Dinge – Fehler und Schuld – miteinander verkoppeln, obwohl sie eigentlich nicht zusammengehören. Es ist wichtig, zu unterscheiden: Was ist wirklich Schuld und was ist ein Fehler? Ein Fehler ist, laut meiner Definition, eine Abweichung von der Korrektheit oder Genauigkeit.

Es handelt sich um eine falsche Handlung oder Entscheidung, die unabsichtlich und oft durch Unwissenheit, Unachtsamkeit oder Missverständnisse geschieht. Ein Fehler ist also relativ neutral im Sinne einer moralischen Bewertung. Es ist etwas Unabsichtliches passiert. Ich habe nicht mit Absicht jemandem geschadet, sondern aus Unwissenheit oder Unachtsamkeit gehandelt. Schuld hingegen bezieht sich auf die moralische oder rechtliche Verantwortung für eine falsche Handlung oder ein Vergehen. Es impliziert eine bewusste Entscheidung oder Nachlässigkeit, die zu Schaden oder Unrecht führt.

Wenn ich. Also jemandem bewusst schade, obwohl ich es anders hätte entscheiden können, übernehme ich dafür die Verantwortung. Auch das würde ich nicht als. Schuld bezeichnen, sondern als Verantwortung, die ich trage.

In den meisten Fällen ist es so, dass wir als Kinder für Fehler – die eigentlich neutral und unbeabsichtigt sind – oft Schuldgefühle vermittelt bekommen. Sätze wie „Mein Gott, du schon wieder, was hast du denn jetzt gemacht? Kannst du denn nichts richtig machen?“. Verknüpfen Fehler mit Schuld. Diese Energie, diese Botschaft, dass Fehler etwas Schlechtes sind, prägt sich tief ein. Der andere, dem ein Fehler nicht passt, übernimmt keine Verantwortung für seine eigenen Gefühle und schiebt diese auf denjenigen, der den Fehler gemacht hat. Es wird moralische Verantwortung abgegeben, obwohl es eigentlich nur ein Fehler war und nichts mit Schuld zu tun hat.

Wenn wir das als Kinder öfter erleben, nehmen wir das in uns auf und sehen. Jeden Fehler als moralischen Makel, als Schuld. Das stimmt aber nicht. Fehler sind ein normaler Teil des Lebens und des Lernprozesses. Ohne Fehler können wir nicht lernen – das ist lerntheoretisch erwiesen. Fehler geschehen unabsichtlich durch Unwissenheit, Unachtsamkeit oder Missverständnisse. Schuld hingegen impliziert eine bewusste Entscheidung oder Nachlässigkeit, die zu Schaden führt. Wenn du das nächste Mal Schuldgefühle. Wegen eines. Fehlers hast, erinnere dich an diese. Definitionen und frage dich: War es Unwissenheit, Unachtsamkeit oder ein Missverständnis? Oder habe ich absichtlich etwas getan, um jemandem zu schaden? Im letzteren darfst du die Verantwortung dafür übernehmen. Beim ersteren Fall hast du keine Schuld auf dich geladen, sondern einfach nur einen Fehler gemacht.


Die Unterscheidung zwischen Fehlern und Fehlverhalten kann dazu beitragen, unnötige Schuldgefühle und Scham zu lindern, sodass Menschen Fehler machen können, ohne sich übermäßig selbst zu verurteilen und zu beschuldigen.

💡00:00 Fehler zu machen, ohne sich schuldig zu fühlen, ist ein wünschenswerter Zustand, da viele Menschen mit überwältigender Schuld und Selbstvorwürfen kämpfen, wenn sie Fehler machen, was oft zu einem übermäßigen Verantwortungsgefühl für Dinge führt, die nicht ihre Schuld sind.

💡01:04 Fehler zu machen und sich schuldig zu fühlen, sind oft miteinander verbunden, aber zwischen Fehlern und tatsächlichem Fehlverhalten zu unterscheiden, ist entscheidend für die Selbstvergebung.

🤔01:32 Ein Fehler ist eine neutrale, unbeabsichtigte Handlung oder Entscheidung, oft aufgrund von Unwissenheit oder Nachlässigkeit, wohingegen Schuld eine bewusste Entscheidung oder Fahrlässigkeit impliziert, die zu Schaden oder Ungerechtigkeit führt.

💡02:30 Wiedergutmachung für Schäden, die durch bewusste Entscheidungen verursacht wurden, bedeutet nicht Schuld, sondern vielmehr die Übernahme von Verantwortung für das eigene Handeln.

👧03:05 Kinder werden oft dazu gebracht, sich schuldig zu fühlen, wenn sie Fehler machen, indem sie Fehler mit Scham verbinden, was zu einem tief verwurzelten Glauben führen kann, dass Fehler schlecht sind und Bestrafung verdienen.

💡04:36 Fehler zu machen ist ein natürlicher Teil des Lebens und Lernens, und die Unterscheidung zwischen unbeabsichtigten Fehlern und bewussten Fehlverhaltensweisen kann helfen, unnötige Schuldgefühle und Scham zu lindern.

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