Folge 3 – Was tun, wenn dich jemand bestimmtes nicht mag?

Je mehr du bei dir ankommst und zu dir findest, desto authentischer bist du. Je mehr du so bist wie du bist, desto mehr polarisierst du und desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass Menschen dich plötzlich nicht mehr mögen, die aber immer zu deinem Leben gehört haben (Kollegen, Nachbarn, Familienmitglieder). Was tun, wenn gerade diese Menschen deinen Weg zu dir selbst nicht mitgehen?


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“Wie gehe ich damit um, wenn ich von jemandem gemocht werden will, der aber mich, wenn ich mich wirklich zeige wie ich bin, dann nicht mehr mag?” Das war so die Frage in einer der letzten.. ich glaube sogar DER letzten Podcastfolgen. Also das heißt: wenn ich anfange, authentisch zu werden.. wenn ich anfange, so zu sein wie ich wirklich bin, kann das durchaus passieren,… WIRD das passieren, dass es Menschen gibt, die dann sich abwenden und sagen: “Ach nö! Du bist mir zu… was auch immer.. zu ernst, zu traurig, zu spirituell, zu psychologisierend, zu keine Ahnung… zu oberflächlich… was auch immer die Entwicklung bedeutet hin zu dir selbst, aber es wird Menschen geben, die sich dann abwenden, weil in dem Moment, wo ich mehr werde wie ich bin, polarisiere ich mehr – trennt sich mehr die Spreu vom Weizen. Und ich hatte ja gesagt: okay gut, jetzt kommt die Frage auf: “Und was mache ich, wenn ich aber jemanden habe (das kann ja zum Beispiel die eigene Mutter sein), und ich sage jetzt “okay ich mache mich jetzt selbstständig, weil das bin eigentlich ich. Ich weiß, dass ich das immer schon sein wollte, und ich will nicht in einem Angestelltenverhältnis sein.. ich gründe jetzt was Eigenes aus dem Nichts.” Und meine Mutter, die mir sehr sehr wichtig ist, die mir sehr am Herzen liegt, ist total dagegen.

Das ist eine Möglichkeit. Eine andere Möglichkeit ist: wenn ich mehr in meine Authentizität komme, und das vielleicht auch bedeutet, dass ich mehr über Schattenthemen von mir spreche,… dass ich gestehe (jetzt habe ich gerade mit jemandem gesprochen letztens, die Angst hat, sich zu zeigen in ihrer Zwangserkrankung) also gestehe, dass ich eine Zwangserkrankung habe.. gestehe, dass ich vielleicht depressiv bin, oder was auch immer zu meinen Schattenthemen dazu gehört aus meiner Sicht. Ja.. wenn ich das mehr mehr zeige, wird des Menschen geben, die damit nicht umgehen können und die sagen: “Nee!” Und das könnte ja vielleicht jemand sein, den ich aber nicht verlieren will. Zum Beispiel meine Nachbarin, mit der ich ein super guten Kontakt habe. Wir gießen uns immer gegenseitig die Blumen, versorgen die Tiere, wenn wir unterwegs sind. Wir helfen uns immer aus, wir haben einen netten Plausch am Gartenzaun, und ich weiß jetzt, die kann überhaupt nichts damit anfangen, wenn jemand irgendwie psychische Probleme hat. Also “Probleme” in Anführungszeichen. So nennt sie das. Aber wenn jemand sozusagen nicht immer nur tough drauf ist und anpackt und gute Laune hat, dann ist man bei der schon unten durch und es abgeschrieben und ist “psycho”.

Das ist eine interessante Frage: was mache ich denn jetzt, wenn ich doch eigentlich authentisch sein will und werden will und bei mir ankommen will auf der einen Seite, und auf der anderen Seite jetzt eine totale Verlustangst habe, weil ich könnte meine Mutter oder meine Lieblingsnachbarin verlieren oder andere Menschen.. Den Partner vielleicht sogar..? Und das ist natürlich hardcore. Das ist hardcore deswegen, weil da kommen wir jetzt in Gefilde, da geht es wirklich um deine Themen. Du kannst dich immer fragen, wenn dich etwas so triggert oder wenn dir etwas so Angst macht, kannst du dich immer fragen: “Was ist der Grund, dass mir das so Angst macht, diese Person zu verlieren?” Jetzt kann man sagen: “Naja Savina komm, was macht dir Angst, deine Mutter zu verlieren?” Die Frage ist: verliere ich meine Mutter wirklich, oder muss ich mich einfach nur mit ihr ein bisschen sehr auseinandersetzen, weil sie halt eine andere Anschauung hat? Meine Mutter hat auch in vielen Punkten andere Weltanschauung und sieht Dinge wesentlich anders. Dann streiten wir uns halt öfter mal, aber bedeutet das wirklich, sie zu verlieren? Bei einer Mutter, die einigermaßen Mutter ist, die verliere ich nicht! Da muss ich mich halt vielleicht auseinandersetzen, und die wird nicht sagen “du bist nicht mehr mein Kind”, nur weil Du Dich selbstständig machst. Sie wird vielleicht sagen: “Das finde ich unmöglich und finde ich scheiße.” Das kann sein.. muss ich mich halt auseinandersetzen. Wenn es aber jetzt mal weg von der Mutter jemand ist jenseits des Elternhauses, dann hat es meistens mit dem Elternhaus zu tun. Weil die Angst, nicht mehr von jemandem geliebt zu werden, von dem ich bisher dachte, dass er eigentlich auf meiner Seite ist, da sitzt eine ganz alte Angst drunter. Wirklich eben die Angst, die eigene Mutter / den eigenen Vater zu verlieren, wenn ich mich nur zeige, wie ich wirklich bin, dann werde ich nicht mehr geliebt. Und da kommen wir natürlich jetzt auch zu Themen, wo es um schwierige Elternhäuser geht. Also: es kann ja tatsächlich sein, dass du vielleicht nicht die liebende Mutter oder den liebenden Vater hattest, den du nicht verlierst, sondern es kann ja wirklich sein, dass du vielleicht Eltern hattest, die sich gewünscht hätten, du wärst ein sportlicher Junge, und du bist ein unsportliches Mädchen geworden. Oder andersrum. Oder ein musikalisches Mädchen und du bist ein unmusikalischer Junge geworden, oder keine Ahnung. Auf jeden Fall: deren Wunschvorstellung eine andere war als das, was dann bei rausgekommen ist: nämlich du.

Und das tut natürlich weh! Das ist natürlich eine Erfahrung, da kämpfst du ein Leben lang gegen Windmühlenflügel, weil dieser Erwartung kannst du ja gar nicht entsprechen. Aber aus dieser Erwartung hast du gelernt, dich anzupassen und anders zu zeigen, als du bist. Also eben: in Instrument zu lernen, weil sie dich musikalisch haben wollten.. oder Sport zu machen, weil sie dich sportlich haben wollten.. oder Abitur zu machen weil, sie dich an der Universität sehen wollten, obwohl du schon immer Schreiner werden wolltest.. oder oder oder. Und in der Regel sind es diese Muster, die dann auch bei den Kollegen, der Nachbarin und so weiter, greifen. Weil wenn die Nachbarin sagt: “Du, da kann ich nicht mit umgehen, wenn du Depressionen hast.” – ja so what?? Dann kann sie damit nicht umgehen. Und? Ja, dann versorgt sie die Katzen nicht mehr – oh oh – und dann gießt sie die Blumen nicht mehr. Also: damit die Blumen Wasser haben, und weil die Katzen sonst niemand auf der Welt versorgen kann, verrätst du dich! Weiter und weiter und weiter.. Ich weiß, das sind jetzt ein bisschen harte Worte, aber ich höre gerade in der Therapie so viele “ja aber”s, warum jetzt das Verhältnis mit dieser Nachbarin eigentlich sozusagen das lebenswichtigste Verhältnis überhaupt ist. Wichtiger, als sich selbst zu sein wichtiger als zu sich selbst zu stehen, wichtiger als authentisch zu sein, wichtiger als sich selbst zu lieben ist es, sich zu verraten und der Nachbarin weiter zu passen und zu gefallen, damit die Blumen gegossen und die Katzen versorgt sind. Das kann es nicht sein!! Es nicht so dass ich das nicht verstehe. Ich bin auch ein Mensch, und ich habe auch Nachbarn, und ich habe auch solche Menschen um mich rum, wo ich dreimal schlucken muss bei der Vorstellung dass die wegbrechen könnten – das gar nicht der Punkt. Ich kann das total verstehen. Nur mach dir bewusst, was das bedeutet, wenn du das tatsächlich über dich selbst stellst! Das ist etwas altes. Da macht es Sinn, wirklich dran zu arbeiten, sich jemanden zu suchen, mit dem man daran arbeiten kann. Das ist was altes.. das ist in der Regel: Elternhaus, Grundschule, die Zeit. Und in der Regel Elternhaus. Ich finde es nur so eine Plattitüde: “Es liegt an deinen Eltern.”, aber es ist ganz häufig eben so. Das was da irgendwie gefehlt ha,t oder das was ich da habe mir an Überlebensmechanismus aneignen müssen, damit ich richtig bin, damit ich da durchkomme durch diese Kindheit in diesem Elternhaus, das ist ein Mechanismus, den ich einfach weiter durchziehe in meinem Leben. Uund immer, wenn es dann um Beziehungen geht, wo es ernst wird.. also die ich wirklich nicht aufgeben will. Im letzten Podcast hatte ich ja darüber gesprochen: ganz grundsätzlich dazu gehören wollen.. und es gibt ja Blasen, zu denen will ich nicht dazu gehören und andere Blasen, zu denen will ich dazu gehören. Und jetzt geht es ja heute wirklich konkret darum: okay, da ist jemand aus eigentlich einer Blase die gar nicht zu mir gehört, und trotzdem möchte ich zu diesem Menschen gehören. Und das ist eigentlich alt. Das ist eben, wenn meine Eltern mich nicht so wollten, wie ich eigentlich bin. Dann sind die eigentlich nicht in der Blase, in die ich dazu gehöre. Jetzt gehöre ich halt dazu, weil es meine Eltern sind, und das macht es natürlich schwierig. Und das ist ein Prozess, da geht es wirklich darum, an sich selber zu arbeiten, nicht mehr dazugehören zu wollen, wo ich nicht gewollt bin, weil das bringt mich weg von mir.. das bringt dich weg von dir.

Das ist nicht zuträglich für dich, nicht zuträglich für die Welt. Weil so kommst du nicht in dein Potenzial, in deine Kraft, in dein Leuchten. Und dein Potenzial, deine Kraft und dein Leuchten ist das, was die Welt bereichert – im Kleinen, manchmal im Großen sogar. Aber es bereichert nicht nur dich, es bereichert auch alle um dich herum, weil es macht zufrieden.. also macht glücklich.. macht manchmal auch erfolgreich.

Der Schritt: “Ich bin wichtiger als die Nachbarin.” Und wenn ich die Affektbrücke zurückmache (also in der Psychologie sprechen wir dann von einer Affektbrücke).. wenn ich gucke, für was steht die Nachbarin, und ich mache über die Affektbrücke den Weg zurück.. dann steht sie für die Person, die mich großgezogen hat in der Regel. Also wenn ich deren Bedürfnisse über meine stelle.. “Mama ist wichtiger als ich”, dann bin ich in der Kindheitssituation angekommen. Da muss das so sein, damit ich überlebe. Das ist heute nicht mehr der Fall. Also wenn ich Verantwortung übernehme für mein Heute, dann DARF ich mich wichtiger nehmen. Und wenn ich das tatsächlich gar nicht kann, weil ich irre Widerstände in mir trage, dann macht das Sinn, daran zu arbeiten, weil sonst bleibe ich immer in einer Bubble, wo ich mich anpasse.. wo ich anders bin, als ich eigentlich bin.. wo ich gar nicht dazu gehöre, und denke, das sei die tatsächliche Realität. Aber das ist nur die Realität, die ich mir jeden Tag neu erschaffe!

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Und für alle, die immer wieder fragen: “Savina, wann gibts was Neues von dir?” – natürlich teile ich auch das, wenn es etwas Neues gibt.